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Autor Thema: Nahrungskunde s/w Teju  (Gelesen 4277 mal)
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WWW
« am: 17. Mai 2009, 12:57:16 »

Immer wieder kommt es zu Fragen rund um die Fütterung der schwarz-weißen Tejus.

Es kursieren eine Menge Hypothesen und ungesunde subjektive Erfahrungen, welche den verunsicherten Suchenden sehr häufig nicht schlauer machen, als vorher.

In diesem Beitrag möchte ich nicht auf eine "vollständige" Liste eingehen. Dies ist gerade bei einem Allesfresser recht schwierig, sondern eher ein gewisses Gefühl vermitteln, was der schwarz-weiße Teju zu sich nehmen sollte.
Eine Liste ergibt sich sicherlich aus den Erfahrungen unserer Forenteilnehmer und die dazugehörige Diskussion.



Schauen wir uns an, wo die Art herkommt und wie sie in freier Wildbahn lebt - betreiben wir ein wenig Habitatskunde Zwinkernd
Der schwarz-weiße Teju bewohnt offene Savannen sowie bewaldete Gebiete. Vorwiegend in Argentinien vorkommend erstreckt sich durch seine enorme Anpassungsfähigkeit das Gebiet bis Brasilien, Paraguay und Chile. 

Er ist grundsätzlich ein Nesträuber.
Durch die saisonale Einschränkung der bodenbrütenden Vögel ernährt er sich auch von Insekten, pflanzlicher Kost wie Obst und Gemüse, sowie Geflügel, kleine Reptilien, Säugetiere und Aas.
Er ist durchaus ein Allesfresser. Wir sollten jedoch aus der Annahme, "Alles"fresser nicht fehlgeleitet werden und ihm Nahrung anbieten, die er in diesem Maße nicht in freier Wildbahn zu sich nehmen würde.
Sicherlich könnte man annehmen, das der schwarz-weiße Teju auf dem Wege ist ein Kulturfolger zu werden, da sich der Mensch immer weiter ausbreitet und enorme Müllberge hinterlässt. In den Vororten größerer Städte wird er dabei beobachtet, wie er im Restmüll nach Nahrung sucht.

Jedoch ist die Lebenserwartung durch Fehlernährung nachvollziehbar eingeschränkt.

Zu diesen Tabus gehören sämtliche Sorten Dosenfutter für Säugetiere.
Dieses Futter beinhaltet zuviel Fette und Proteine, die den Teju verfetten lassen. Zudem sind Geschmacksstoffe zugesetzt und durch die Konsistenz des Futters stellt sich die Sättigung erst spät ein. Dadurch wird zuviel gefüttert, denn der Teju bleibt unruhig.
Ebenso sind Filetstücke keine gute Hauptnahrung.

Einseitige Ernährung
Es gibt einen Leitsatz aus der Medizin: "dosis facit venenum" - der da bedeutet "die Menge macht das Gift".
Dieser Satz soll uns daran erinnern, dass ein "nur" ein Fehler sein muss.
Dies sollte bei allen Empfehlungen immer wieder berücksichtigt werden!

Was frisst der schwarz-weiße Teju?
Geflügel
Als Nesträuber folgerichtig das Gelege, die geschlüpften Jungtiere und deren unvorsichtige Eltern.
Wir können ihm hier recht preiswert rohe und gekochte Hühnereier und Eintagsküken anbieten. Bei ausgewachsenen Tejus sogar zerteilte Suppenhühner. Die Geflügelknochen sind erst in gekochten Zustand spröde und splitternd.
Leider haben rohe Hühnereier eine schlechte Biotineigenschaft. Es ist im rohen Zustand an das Protein Avidin gebunden. Diese Bindung zerfällt erst beim garen. Wer die Chance hat günstig an Wachteleier zu kommen, hat hier eine optimale Nahrungsquelle Zwinkernd

Pflanzliches
Desweiteren frisst er Fallobst (im weitesten Sinne), also Früchte, die durch ihre hohe Reife von Bäumen und Sträuchern fallen. Diese zeichnen sich durch einsetzenden Gährungs- und Fäulnisprozess aus.
Studenten der University of British Columbia haben 2004 über 12 Monate schwarz-weiße Tejus begleitet. Sie sind haben bislang aber nicht herausgefunden, warum der Teju als Reptil gerne gährende pflanzliche Nahrung zu sich nimmt. Zu beachten ist hier bei Zucker enthaltenden Früchten die Wandlung zu Äthanol, welcher grundsätzlich für Reptilien gefährlich ist.
Bei der Auswahl der pflanzlichen Nahrung sollte auf die Säure-Base-Eigenschaft und auch auf das Calzium-Phosphor-Verhältnis geachtet werden.
Auch wenn der schwarz-weiße Teju gerne reife Bananen frisst, ein zuviel erhöht den Phosphoranteil, der dazu führt, dass vermehrt Calzium gereicht werden muss.

Säugetiere wie zum Beispiel Mäuse und Ratten
Der schwarz-weiße Teju frisst zwar gerne Kleinnager, jedoch gibt es reichlich Gründe, dies auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Die Nährstoffzusammensetzung von ausgewachsenen Mäusen ist zwar in einem guten Verhältnis, vor allem, wenn die Mäuse ebenso umfangreich ernährt wurden. Jedoch haben die meisten Tiere das Problem die unverdaulichen Haare wieder los zuwerden. Meistens werden diese als "Gewöll" herausgewürgt.
Tejus können das nicht. Sie drücken das Gewöll durch den Darm heraus. Wenn sich jedoch zuviel Unverdauliches angesammelt hat führt dies zu Verstopfungen.
Deswegen sollten Nager maximal 1x im Monat gereicht werden.

Eine Verstopfung unter dem Röntgenschirm:


Insekten
Problemlos können alle möglichen Insekten gereicht werden. Larven wie Zophobas, Mehlwürmer, Rosenkäferlarven oder auch Schaben, Heuschrecken, Heimchen, Grillen können unter Zugabe des "üblichen Bestäubungsrituals" mit zB. Herpetal Complite Terrarium oder Herpetal Freiland dem Teju angeboten werden. Außerdem wühlt er im Freiland Regenwürmer aus und pickt sich Nacktschnecken aus den Pampasgrassbüschen.

Calzium
Als gute Calziumträger erweisen sich Gehäuseschnecken wie die Achat-, Weinberg- und Gartenschnecke. Erstere lassen sich sehr gut züchten. Ansonsten kann man dem Teju auch die Eier ungepellt geben. Er löst dann beim Verdauen das Calzium aus der Schale und scheidet den Rest aus. Auch ist Sephiaschulp ein sogenanntes "must" in der zusätzlichen Calziumgabe. Dieses nimmt er aber nicht so gerne wie andere Reptilien auf, sondern auch dieses wird auf die Nahrung gestreut.

Eine vollständige Nahrungsliste folgt durch die anschließende Diskussion.


Viel Erfolg
Andreas
« Letzte Änderung: 17. Mai 2009, 21:55:04 von amazing » Gespeichert

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