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| | |-+  Die Gattung Ameiva - unbekannt oder unbeliebt?
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Autor Thema: Die Gattung Ameiva - unbekannt oder unbeliebt?  (Gelesen 2242 mal)
Fast Eddi
Gast
« am: 10. Mai 2010, 12:28:45 »

Bisher kein einziger Beitrag in diesem Forenbereich, daher finde ich den Titel dieses Thread ganz passend.

Diverse Arten der Gattung Ameiva kommen Jahr für Jahr als Wildfang zu Spottpreisen in den Handel. Meiner bisherigen Erfahrung nach sind´s meist weitestgehend gesunde und vor allem dankbare Pfleglinge. Kaum jemandem scheint jedoch die Nachzucht zu gelingen, oder es macht sich einfach keiner die Mühe, versprechen Jungtiere doch kaum einen Verkaufserlös, der die Zucht rentabel macht.

Ja, die Tiere sind äusserst agil und benötigen trotz ihrer geringen Größe immens viel Platz. Davon mal abgesehen verstehe ich nicht, warum die gesamte Gattung in der Terraristik ein solches Schattendasein fristet.

Kennt einfach niemand diese Tiere, so daß die Haltung nicht in Frage kommt, schreckt es ab, daß es kaum Literatur gibt? Oder spricht etwas anderes dagegen, daß Ameiva häufiger gehalten werden?
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« Antworten #1 am: 13. Mai 2010, 01:47:47 »

Nabend Stephan,

ich denke mal, genau das ist der Grund.
Obgleich wir hier im Forum diesen Unterbereich eingerichtet haben, werden wir hier wegen der Eigenschaften zu dieser Species doch kaum User finden.

Rennechsen...  sagt der Name bereits aus...  derzeit haben wir in DE sehr stark mit der Geiz-ist-Geil Menthalität zu kämpfen, und daher stellt sich eigentlich die Frage, wer würde Echsen, welche selber nur 35-50 cm GL lang werden ein 8qm (bspw 2x4m) Gehege zur Verfügung stellen, noch dazu, wenn diese Tiere im Freigehege ausgesprochen scheu sind?!

Ich danke Dir auf jeden Fall für den Eröffnungsbeitrag!

LG
Andreas

PS.: drücke Dir für all Deine derzeitigen Umstände alle Daumen, die ich habe!
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Andi
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« Antworten #2 am: 13. Mai 2010, 08:21:55 »

Hallo

Ich habe auch gerade mit Verwunderung festgestellt dass es in Deutschland keinen Zoo gibt der die Gattung Ameiva hält. Es gibt auch in ganz Europa nur 2 Zoos gibt die welche haben (jeweils Ameiva ameiva).

Wenn ich ehrlich bin kann ich es aber verstehen da es unspektakuläre Tiere sind und es in dieser Größe einiges Anderes und Schöneres gibt (z.B. Lacerta...)

MfG
      Andi
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Fast Eddi
Gast
« Antworten #3 am: 13. Mai 2010, 13:14:01 »

Rennechsen...  sagt der Name bereits aus...  derzeit haben wir in DE sehr stark mit der Geiz-ist-Geil Menthalität zu kämpfen, und daher stellt sich eigentlich die Frage, wer würde Echsen, welche selber nur 35-50 cm GL lang werden ein 8qm (bspw 2x4m) Gehege zur Verfügung stellen

Geiz ist geil, das zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Terraristik. Gerade deswegen sollte man aber meinen, müßten Ameiva, die als WF sehr preisgünstig zu bekommen sind, deutlich öfter in unseren Terrarien zu finden sein. Ideale Haltungsbedingungen in Bezug auf Gehegegröße ist eh nur ein Wunschtraum, die Realität sieht wohl in >90% der Fälle anders aus. Dennoch, kaum Ameiva in Gefangenschaft.

Realistische Terrariengrößen sind 200x80 Grundfläche und aufwärts, auch wenn man dem Bewegungsdrang dieser Gattung selbst mit von Dir genannten 8qm² nicht gerecht werden könnte... das kann man aber allgemein nur bei den wenigsten derart aktiven Echsen.

Danke für´s Daumen drücken, ich weiß das zu schätzen.

Wenn ich ehrlich bin kann ich es aber verstehen da es unspektakuläre Tiere sind und es in dieser Größe einiges Anderes und Schöneres gibt (z.B. Lacerta...)

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, ebenso wird wohl jeder einzelne eine eingene Ansicht davon haben, was "spektakulär" ist oder nicht. Bleiben wir mal beim Beispiel Ameiva ameiva... Du hast nie eine gesehen, oder? Ein adultes Männchen steht den meisten "spektakulär" gefärbten Eidechsen in nichts nach. Zugegeben, weibliche Tiere sind nicht ganz so farbenfroh, "schön" sind aber auch die allemal.
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« Antworten #4 am: 01. Juni 2010, 10:58:32 »

Fragen, die ich mir schon oft gestellt habe.

Ameiven und Rennechsen sind meistens Beifänge, um die teuren Luftfrachtkisten aus Mittel- und Südamerika vollzubekommen. Da die Tiere mit nur wenig Nachfrage importiert werden ist auch der Preis entsprechend niedrig. Durchweg interessante Tiere, die aber relativ große, gut strukturierte Terrarien und gutes Licht benötigen. Ich stand schon oft auf Börsen vor diesen wundervollen Tieren und mir haben die Finger gezuckt. Ich persönlich finde Ameiva festiva und Cnemidophorus lemniscatus am schönsten. Da sind die Köpfe nicht so abgesetzt und der ganze Körperbau wirkt homogener. Eigentlich bieten Ameiven und Rennechsen dem gelangweilten Tierrarianer sehr viel. Sie sind sehr Aktiv, oft sehr bunt gezeichnet und besitzen interessante Verhaltensweisen.

Dennoch gibt es Gründe warum ich bis jetzt keine Ameiven oder Rennechsen halte:

- Hohe Haltungskosten bei im Vergleich zu geringe Einnahmen beim NZ-Erlös (da verbrauchen meine Goldtejus schon zuviel).
- Hoher Platzaufwand, wobei ich aber 8qm für übertrieben halte.

Fast Eddi, du hälst Ameiva ameiva? Wenn ja, vielleicht kannst du über deine Haltung hier berichten. Fände ich interessant.
« Letzte Änderung: 01. Juni 2010, 11:01:15 von Tupinambinae » Gespeichert

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www.schienenechsen.de
Fast Eddi
Gast
« Antworten #5 am: 02. Juni 2010, 21:28:15 »

Ich habe gehalten... Fragen zu dieser Art beantworte ich gern, so gut ich kann. Detaillierter Bericht würde eine Weile dauern, aufgrund persönlicher Probleme zur Zeit.

Relativ große und aufwendig beleuchtete Terrarien brauchen auch sehr viel weiter verbreitete und noch preisgünstigere Echsen wie z.B. Pogona, stellt man beide gegenüber, ist die Haltung von Ameiva nicht teurer.
Erlös beim Verkauf von NZ... das ist ein Thema, das man sicher an anderer Stelle genauer bespricht. Sollte man kommerziell denken, oder ist´s eben doch nur ein Hobby, bei dem man i.d.R. immer draufzahlt?

Terraristik ist in den meisten Fällen ein Trend, der Horizont vieler endet nach vielleicht zweit Dutzend Arten. Schade eigentlich.
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